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Förderung der Sozialstruktur Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat seit Anfang der 60er Jahre sozialstrukturelle Verbesserungen als einen wesentlichen Bestandteil der konzeptionellen und praktischen Entwicklungszusammenarbeit eingefordert. Sozialstrukturförderung wurde zu einem wichtigen Instrumentarium der Entwicklungspolitik, das zur Befriedigung der Grundbedürfnisse und der Armutsbekämpfung sowie der darauf gerichteten institutionellen Arbeit eingesetzt wird. Die Förderung der Sozialstruktur kommt der Mehrheit der Gesellschaft in den einzelnen Ländern zugute. Die Minderheiten und Randgruppen werden in die Förderung mit einbezogen.
Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Sozialstruktur arbeiten weltweit mit Projekten in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa. Ziel ist die Entwicklung der sozialen Strukturen in diesen Ländern. Die Arbeit wird durch finanzielle Mittel des BMZ unterstützt. Dabei haben die einzelnen Organisationen ihre Arbeitsschwerpunkte in bestimmten Regionen und bestimmten Arbeitsbereichen. Diese lassen sich in der Länderrubrik ablesen. Fachwissen und NutzungDie Arbeit der einzelnen AGS-Mitgliedsorganisationen in ihren Strukturen in Deutschland liefert die Grundlage für ihre internationale Arbeit. Sie hilft, Fachwissen auf dem neuesten Stand zu halten und zu erweitern, und bietet praktische Trainingsmöglichkeiten für Partner. Die Mitgliedsorganisationen der AGS bieten gemeinsam eine große Bandbreite von sozial relevanten Initiativen. Im Laufe der Jahrzehnte haben einige der Mitglieder erhebliche Expertise erlangt in der Gemeinwesenentwicklung, Sozialarbeit, Förderung von Kooperativen und anderen Selbsthilfeorganisationen, Mikrokreditorganisationen und der Erwachsenenbildung. Sie haben Strukturen für Benachteiligte und Risikogruppen aufgebaut, für Behinderte, Drogenabhängige, Kinder und Jugendliche, ältere Menschen, Migrantinnen und Migranten. Andere Mitglieder tragen durch ihre Erfahrung im Bereich von Medien und Recherche zur Entwicklung bei. Gemeinsam bemühen sich die Organisationen um die Gleichstellung der Geschlechter. Die sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Gegebenheiten in den verschiedenen Partnerländern variieren oft erheblich und machen kreative gemeinsame Herangehensweisen erforderlich. Die AGS-Mitglieder arbeiten mit indigenen Gruppen in der Förderung von Handwerk und kleinen Unternehmen durch Selbsthilfekooperativen, Training für Einkommensschaffung und berufliche Beschäftigung, Friedens- und Menschenrechtsbildung, ländlichen Spar- und Kreditverbänden, Ressourcenerhaltung und Umweltbildung, nachhaltiger ökologischer Landwirtschaft, Unterstützung bei Organisationsentwicklung, durch gemeinsame Radioprogramme. Armutsbekämpfung und InstitutionenDi e Bekämpfung von Armut und Verarmung sowie alle ihre Folgeerscheinungen in Gesundheit, Ernährung, Sozialem, Bildung, Wohnen und politischer Teilhabe muss an den Strukturen ansetzen, die Entwicklung behindern und Armut verursachen. Und nicht so sehr der Mangel an Ressourcen als vielmehr der fehlende gleichberechtigte Zugang bestimmt die soziale Lage der Benachteiligten. Die Zugangschancen zu Entwicklungsressourcen werden durch Institutionen geregelt. Eine zielgerichtete Entwicklungspolitik muss konsequent den Aufbau von Strukturen und solchen Institutionen fördern, die die Lebensbedingungen der Armen am stärksten bestimmen und positiv auf diese wirken können. Das verlangt, breite Bevölkerungsschichten in die Prozesse der Veränderung einzubeziehen, Selbsthilfe und Eigenverantwortung durch partizipative Ansätze zu stärken und die Ursachen und Folgen sozioökonomischer Benachteiligung zu beseitigen. Entwicklungspolitik und Zukunftssicherung Entwicklungspolitik und internationale Zusammenarbeit leisten ihren Beitrag zur weltweiten Zukunftssicherung in den Industrie- und Transformationsländern, in den Entwicklungs- und den Schwellenländern. Die Verflechtungen verlangen vernetzte und nachhaltig wirkende Lösungen. Die Eine Welt verträgt auf Dauer keine Einseitigkeiten im Geben und Nehmen.
Politische Umwälzungen, Globalisierung und neue technologische Revolutionen haben in der letzten Dekade große Veränderungen bewirkt. Für die Mehrheit der armen Länder waren es nicht nur Fortschritte. Es steht zu befürchten, dass die Globalisierung soziale Ausgrenzung eher weiter verstärkt, jedenfalls nicht automatisch beseitigt. Globale Strukturpolitik und Armutsbekämpfung dürfen daher nicht voneinander getrennt werden.
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