Arbeit mit marginalisierten Gruppen in Indien
Das vom BMZ geförderte Indienprojekt besteht gegenwärtig aus 3 Teilprojekten.
1. Armutsminderung und Selbsthilfeförderung in südindischen Städten
Projektpartner: GSS, FEDINA, EXNORA-International, Tiruchirapalli, RLHP, IIYW
Ausgangslage: Am Rande von südindischen Städten leben in großem Umfang Zuwandererfamilien unter menschenunwürdigen Lebensbedingungen. Ein zentrales Problem stellt dabei der Zugang zu einer sanitären Grundversorgung und sauberem Trinkwasser dar.
Ergebnisse: Im Zuge der Projektförderung wurden zahlreiche sanitäre Gemeinschaftsanlagen als Demonstrationsanlagen an unterschiedlichen Projektstandorten in Betrieb genommen. Der erfolgreiche Bau und Betrieb der Demonstrationsanlagen weckte starkes Interesse bei indischen Bundesbehörden und Privatinvestoren, sodass mittelfristig in Süd-Indien mit einer überregionalen Verbreitung des CBS-Ansatzes gerechnet wird.
2. Interreligiöse Konfliktvermeidung und Friedensarbeit in Armutsgebieten von Bangalore
Projektpartner: Pipal Tree
Ausgangslage: Religiös motivierte Ausschreitungen in Bangalore bedrohen soziale Strukturen und die Infrastruktur. Die lokale NGO Pipal Tree arbeitet in den Armutsvierteln Bangalores und konzentriert sich darauf, Lösungsansätze für interreligiöse Konflikte zu erarbeiten.
Ergebnisse: Ein neu gegründetes Netzwerk von „
Peace Committees“ ist sowohl im Bereich der Vorbeugung von Konflikten zwischen Anwohnern unterschiedlicher ethnischer Herkunft als auch in der Lösung sozialer und wirtschaftlicher Probleme tätig. U.a. erfolgte die Förderung von 64 Existenzgründern, die Aufenthaltssicherung von 500 Familien, eine Ernährungssicherung von 300 Familien durch Schaffung eines Zuganges zu subventionierten Lebensmitteln und die Verbesserung der Trinkwasserversorgung durch Errichtung von 50 Wasserzapfstellen.
3. Verbesserung der Lebensbedingungen der marginalisierten Bevölkerung in entlegenen Gebirgsregionen von Ladakh
Projektpartner: Ladakh Ecological Development Group (LEDeG)
Ausgangslage: Das Projektgebiet befindet sich in einer abgeschlossenen Gebirgsregion zwischen dem Himalaja und Hindukusch. Ein Großteil der Region ist naturräumlich der Hochlandwüste zuzurechnen, mit natürlichen Niederschlägen von ca. 100 mm im Jahr. Die von BORDA geförderte dezentrale Wasser- und Stromversorgung mit Hilfe des Hydraulischen Widders und Kleinwasserkraftanlagen zielt auf eine Stärkung der handwerklichen Wirtschaftskraft der Region ab.
Ergebnisse: Im Verlauf des Projektes konnte die Wasserversorgung zahlreicher Dörfern signifikant verbessert und die Produktionskapazitäten von über 20 Kleinbetrieben durch dezentrale Stromversorgung aus Kleinwasserkraftwerken gesichert werden. Darüber hinaus wurden Fortbildungskurse zur Erlernung/Verbesserung traditioneller Handwerksmethoden wie Spinnen, Weben und Holzverarbeitung durchgeführt, wodurch Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein zusätzliches Einkommen durch den Verkauf der produzierten Waren ermöglicht wurde.