Selbstverwaltete Betriebe in Argentinien

Im einst reichen Argentinien leben heute Millionen Menschen in Armut. Der Gewerkschaftsbund CTA fördert Einkommen und Beschäftigung durch Unterstützung selbstverwalteter Betriebe.
Der Absturz war brutal: 2001 brach die argentinische Wirtschaft unter der Last der Schulden, korrupter Regierungen und neoliberaler Währungs- und Strukturanpassungprogramme zusammen. Viele Betriebe gingen Pleite und Tausende verloren ihre Arbeit.
In dieser Notsituation ergriffen in zahlreichen von Schließung bedrohten Betrieben die Arbeitnehmer die Initiative. Gemeinsam wurde beschlossen, die Produktion in eigener Verantwortung fortzuführen. Etwa 200 solcher selbstverwalteter Betriebe existieren heute in Argentinien. Viele haben sich inzwischen als Kooperativen konstituiert. Es gibt jede Menge Schwierigkeiten: Zugang zu Krediten, unsichere Eigentumsverhältnisse sowie mangelnde Kenntnisse der Arbeiter in Buchhaltung, Vermarktung und Betriebsführung.
Der Gewerkschaftsbund CTA fördert die selbstverwalteten Betriebe und sieht darin einen Beitrag zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit und Armut in Argentinien. Er unterstützt deren Vernetzung, bietet Schulung und Beratung und betreibt Lobbyarbeit für eine bessere Rechtsstellung von Kooperativen.