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DGRV

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Bosnien-Herzegowina und Montenegro: Den Neuanfang wagen

Der DGRV fördert seit dem Jahr 2001 mit Unterstützung des BMZ den Aufbau der genossenschaftlichen Milchwirtschaft in Bosnien-Herzegowina und Montenegro. Hier leiden die Menschen immer noch unter den Folgen des Zusammenbruches des jugoslawischen Staates und den kriegerischen Auseinandersetzungen, die damit einhergingen. Der DGRV fördert mit dem Projekt die dezentrale Wirtschaftsentwicklung in strukturschwachen Regionen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Armutsminderung und zum Zusammenwachsen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen. ´

Vorwiegend in den Gebirgsregionen beider Länder sind in den letzten Jahren mehrere genossenschaftliche Kleinkäsereien entstanden, in denen hochwertige Käsesorten (Hartkäse, Schnittkäse) mit regionalspezifischem Charakter hergestellt werden. Durch die Milchverarbeitung, Käseherstellung und -vermarktung erwirtschaften viele kleinbäuerliche Familien ein gesichertes Einkommen.

In den Partnerländern wurden zunächst Pilotgenossenschaften unterstützt, die mittlerweile Vorbildcharakter haben. Nach Abschluss der Aufbauphase im Jahr 2006 sind die Pilotpro-ekte jetzt in einer Phase der Konsolidierung. Die Produktionsergebnisse sind stabil, die Qualität der Erzeugnisse ist sehr hoch. Zur besseren Vermarktung der Produkte wurde eine zentrale Handelsgenossenschaft in Sarajevo aufgebaut. Neben einer größeren Verbraucher- bzw. Kundennähe und verbesserten Absatzmöglichkeiten für die Erzeugnisse können die Kosten dadurch erheblich gesenkt werden.

Die Unterstützung der Pilotgenossenschaften erfolgt vornehmlich durch Kurzzeitberatungen und finanzielle Hilfen bei Investitionen, z. B. in die Anlagetechnik. Hierzu wird mit orts-ansässigen Banken zusammengearbeitet: Die Genossenschaften erhalten über den DGRV langfristige Investitionskredite und zahlen in einen Fonds zurück, aus denen die zwischengeschalteten Banken zukünftig weitere Kleinkredite vergeben können. Durch dieses Verfahren wurden einige der neu gegründeten Genossenschaften überhaupt erst „bankfähig“. Inzwischen vergeben die Banken bereits zusätzliche Kredite aus ihrem eigenen Portfolio.

Ein besonders positives Ergebnis der Projektarbeit ist, dass zwischen den Genossenschaften in Bosnien-Herzegowina und Montenegro enge Kontakte wachsen. Es werden beispielsweise gemeinsam zahlreiche Seminare und Praktika vor Ort und in Deutschland organisiert. Dieser internationale Know-how Transfer und Erfahrungsaustausch trägt wesentlich zur Multiplikation der Pilotansätze bei.